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Das Sternsingen, eine alte Tradition, von den Luzerner Spielleuten liebevoll gepflegt

Wenn auf den Plätzen der Luzerner Altstadt das „Stille Nacht, heilige Nacht“ der Sternsinger erklingt, dann ist Weihnachten nicht mehr weit.

Jeweils am Wochenende vor Weihnachten, ziehen die Sternsinger mit ihren Lichtern und Liedern durch die Stadt — eine Tradition, welche seit 1938 von den Luzerner Spielleuten wieder liebevoll gepflegt wird. Angeführt wird die rund 140 Personen umfassende Gruppe vom Adventskranzträger und dem Chor, gefolgt vom Stern und den heiligen drei Königen mit ihren Lichtträgern. Maria reitet mit dem Kind auf dem Esel, geführt von Josef und begleitet von Hirten und Schafen. Auf drei Altstadtplätzen wird ein einfaches szenisches Weihnachtsspiel aufgeführt.

Sternsingen: Der Brauch reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Damals wurden die schwer verständlichen, lateinischen Texte der Kirche mit Theater und Gesang dargestellt und von Kloster- und Stiftschülern ausserhalb der Kirche vorgetragen. Aus Freude an ihrem Tun gab ihnen das Volk kleine Geschenke. Das mag andere Leute, auch Landstreicher übler Art verlockt haben, ebenfalls singen zu gehen, um sich einen Batzen einzustreichen. Dies führte zu Auswüchsen, Schlägereien und Streit. Vielerorts musste die Obrigkeit einschreiten. In Luzern war es Renward Cysat, der in das Ansehenbuch folgenden Passus einschrieb:

«Es ist verboten, dass Niemand den Andern überlaufen noch geschweren solle mit dem Guetjaarsingen und die Sternengsänger auch abgestellt von wegen des der grossen Aergermuss und Missbruchs so Yngerissen unter diesem Schyn».

Bis 1825 zogen die Luzerner Hofgeissen, Schüler des Stifts im Hof, zum Sternsingen aus. Danach wurde es still um den Brauch, bis ihn die Spielleute 1938 wieder aufnahmen. Die Luzerner Bevölkerung verbindet mit diesem Brauchtum einen besonderen emotionalen Wert.

Veranstaltungen: Das Sternsingen, eine alte Tradition, von den Luzerner Spielleuten liebevoll gepflegt
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